Liechtenstein (Fifa-Ranking 206) holte im sechsten Länderspiel des Jahres, dem zweiten Nations-League-Spiel im Ta’Qali-Tofiq-Bahramov-Stadion von Baku, ein Punkt gegen Aserbaidschan (Fifa-Ranking 126) und besass beim 0:0 sogar Chancen auf den Sieg, wären die Konter besser zu Ende gespielt worden.
Liechtenstein musste einige Male das Glück beanspruchen und hätte mit etwas mehr Cleverness aber auch als Sieger vom Platz gehen können. Über die gesamte Spielzeit betrachtet besass Aserbaidschan indes ein Chancenplus. Dennoch war es ein Schritt vorwärts, die die Fünfstück-Elf während den 94 Minuten auf den Platz zauberte. Stärkster Mannschaftsteil war erneut die Defensive mit einem starken «Sechser» Marcel Büchel vor der Abwehr.
Zuerst das Quäntchen Glück beansprucht
Nationaltrainer Konrad Fünfstück vertraute teilweise jener Stammelf, die schon gegen Litauen aufgelaufen war. Drei Positionen hat er verändert: Für Zünd rückte Hofer in die Abwehr, zudem spielten Kindle für Luque Notaro und Alessandro Lo Russo für Saglam. Schon rasch hätte Liechtenstein in Rückstand geraten können, doch Weissenhofer warf sich nach 37 Sekunden in den Isgandarli-Schuss knapp innerhalb des Strafraums. Obwohl Aserbaidschan ein hohes Tempo vorlegte, war Liechtenstein stets bestrebt nach vorne zu kommen. In der nächsten Szene schoss wiederum Isgandarli, Weissenhofer klärte erneut mit dem Oberkörper (13.). Glück schliesslich für Liechtenstein, dass der agile Isgandarli beim Vorstoss in den Strafraum strauchelte (17.). Auf der Gegenseite sorgte für Kindle einen sehenswerten Konter, zog vier Gegenspieler auf sich, blieb aber an Badalov hängen und just im Gegenzug übernahm der Kaiserslautern-Profi Emreli den Ball seitlich volley, verfehlte den Kasten um knapp zwei Meter (19.).
Danach zeigte Torhüter Benjamin Büchel zwei Gesichter: Zuerst stoppte er stark gegen Gurbanli, beim anschliessenden Spiel hinten heraus patzte er mit einem Zuspielfehler, doch Gurbanli schoss daneben (21.). Danach der erste Gästeabschluss, doch Lo Russo schoss aus 7 m Innenverteidiger Badalov an (23.). Marcel Büchel und vorne Kenny Kindle sorgten für die besten Gästeimpulse. Ein Mutallinov-Schrägschuss brachte wenig Gefahr (29.) und der zentrale Gurbanli-Schuss bereitete dem Gästekeeper keine Sorgen (35.), derweil Emreli seinen Schuss aus 17 m sehr knapp neben den Kasten setzte (37.). In dieser Phase war den Aserbaidschani die Verzweiflung teilweise anzusehen, die sich immer wieder in der engmaschigen Gästeabwehr verhedderten. Schliesslich nahm sich Emreli ein Herz, düpierte mehrere Liechtensteiner, doch sein satter Schuss aus 13 m war zu hoch angesetzt (43.). Liechtenstein zeigte im ersten Abschnitt einen beherzten Auftritt und verdiente sich dank einer solidarischen Leistung, dass die Null noch stand, das Glück stand jedoch auch zur Seite.
Aserbaidschan ratlos
Zur Halbzeit nahm Fünfstück überraschend den agilen Kindle vom Platz und schliesslich sorgte eine heisse Rettungstat von Hofer für Gesprächsstoff: Er klärte seitlich zum Tor und schoss einen Stürmer an, wovon der Ball übers Tor zischte (47.). Aserbaidschan tat sich schwer, klare Torchancen zu kreieren und Liechtenstein kam erneut zu Kontern. Einen solchen schloss Luque Notaro ab, als er aus 17 m zu hoch zielte (62.) und auch Alessio Hasler kam ins 1:1-Duell, liess aber die Cleverness vermissen (68.). Zuvor mussten die Gäste ein weiteres Mal das Glück beanspruchen, als Büchel den Emreli-Knaller abprallen liess und Khaibulaev den Nachschuss übers Tor jagte (65.). Und nach einer feinen Einzelaktion stand Abdullazade alleine vor Büchel, schob den Ball am langen Eck in Behind (73.). Ein Freistoss-Knaller von Bayramov fehlte zudem die Präzision (78.) und auf der Gegenseite köpfelte Nicolas Hasler einen lang gezogenen Freistoss aufs Tor; das war die einzige zählbare Torabschluss Liechtensteins aufs Tor (81.). Und in der Nachspielzeit kam es zu einer 3:2-Überzahlsituation, doch Netzer traf die falsche Entscheidung (91.).
Telegramm:
Aserbaidschan – Liechtenstein 0:0
Tofiq Bahramov Republican Stadion, Baku. 9’000 Zuschauer. Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca (Aut), assistiert von Maximilian Weiss und Michael Obritzberger (Aut).
Aserbaidschan: Balayev; Mutallimov (ab 46. Abbasov), Badalov, Krivotsyuk, Bayramov; Khaibulaev, Makhmudov (ab 59. Guseynov), Sadikhov (ab 46. Isaev); Emreli, Gurbanli (ab 59. Abdullazade), Isgandarli (ab 75. Adilkhanov).
Liechtenstein: Benjamin Büchel; Weissenhofer, Traber, Hofer; Nicolas Hasler, Marcel Büchel (ab 92. Schlegel), Alessio Hasler (ab 77. Zünd), Göppel; Sele (ab 77. Netzer); Kindle (ab 46. Luque Notaro), Alessandro Lo Russo (ab 59. Allgäuer).
Bemerkungen: Aserbaidschan komplett. Liechtenstein ohne Saglam (Hochzeit), Lüchinger, Fabio Wolfinger, Salanovic (verletzt), Frommelt (rekonvaleszent), Oberwaditzer und Gassner (Studium). Verwarnungen für Kindle (40. – Foul), Traber (41. – Zeitspiel), Alessio Hasler (47. – Frustfoul), Emreli (57. – Foul) und Bayramov (80. – Foul). Eckenverhältnis: 5:0 (3:0).












