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Eine Gala, die Generationen verbindet

Wenn sich am Sonntag, 20. September, erstmals der Vorhang für die Gala-Abende 2026 der Liechtenstein Musical Company LMC öffnet, wird der Gemeindesaal Balzers während rund zwei Stunden zum Treffpunkt für Musical-Begeisterte, Nachwuchstalente und erfahrene BühnenkünstlerInnen. Die zweite, identische Aufführung folgt am Sonntag, 4. Oktober, ebenfalls um 17 Uhr.

Dass die LMC bewusst auf zwei Sonntage setzt, hat einen einfachen Grund. «Bei uns kommen viele Familien mit Jugendlichen», sagt LMC-Präsident Hans Nigg. Eine frühe Beginnzeit sei deshalb für das Publikum attraktiver. Früher seien die Aufführungen an einem Samstag und Sonntag angesetzt worden, nun habe man sich für zwei Sonntage entschieden. Auf die BesucherInnen wartet keine Geschichte, die sich während des Abends von Szene zu Szene entwickelt. Die Gala lebt von der Vielfalt. «Bei einer Gala ist man frei», sagt Hans Nigg. Schlager trifft auf Rock und Pop, Balladen auf Musicalnummern. Darunter befinden sich zahlreiche Stücke, welche die LMC in dieser Form bisher noch nicht präsentiert hat. «Es ist ein ganz bunter Mix aus verschiedenen Musikrichtungen.»

60 Menschen im Rampenlicht

Die Dimensionen sind beachtlich. Rund 60 Mitwirkende werden im Verlauf des Abends auf der Bühne stehen. Allein die Zahl der SolistInnen ist gross, dazu kommen TänzerInnen und Breakdancer. «So viele Beteiligte hatten wir bei einer Gala noch nie», sagt Nigg. Damit das Programm trotz seiner Vielfalt nicht überladen wirkt, dauert die Aufführung rund zwei Stunden. Eine kurze Pause sorgt zwischendurch für eine Verschnaufpause, bevor es auf der Bühne weitergeht.

Die Gala ist dabei auch ein Spiegel dessen, wofür die 1997 gegründete Liechtenstein Musical Company seit bald drei Jahrzehnten steht: Menschen aus Liechtenstein und der Region eine Bühne zu geben. Rund drei Viertel der Beteiligten stammen aus dem Land oder der näheren Umgebung. «Das ist für uns etwas ganz Besonderes», betont Hans Nigg. «Wir haben hier sehr gute Leute.» Gerade die Förderung einheimischer Talente sei allerdings mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Einen fertigen Profi für eine Produktion zu engagieren, sei einfacher. Die LMC gehe bewusst einen anderen Weg. «Wir wollten von Anfang an eine grosse Plattform für Leute aus unserer Region sein.»

Nachwuchs trifft Erfahrung

Dieser Gedanke zieht sich durch die gesamte Gala. Junge SängerInnen stehen gemeinsam mit etablierten Kräften auf der Bühne. Mit dabei sind unter anderem Miriam Dey, Jeremy Müller, Michael Burtscher, Michèle Möhr, Ann-Kathrin Biagioli und zahlreiche weitere Solistinnen und Solisten. Besonders freut sich Hans Nigg über das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Jeremy Müller war bereits in der LMC-Produktion «Teddy Cool» als Hauptdarsteller zu erleben und wird nun wieder auf der Bühne stehen. Auch Miriam Dey gehört seit Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der Musical Company. «Es ist faszinierend zu sehen, wie sie sich entwickelt hat», sagt Nigg über die heute professionelle Sängerin und Darstellerin.

Für ihn liegt gerade im Zusammenspiel von Nachwuchs und Profis eine besondere Stärke. «Die Jungen müssen sich nicht verstecken.» Wenn sie gut vorbereitet seien, könnten sie auf einer Bühne durchaus neben erfahrenen KünstlerInnen bestehen. «Sie profitieren voneinander.» Die Zusammenarbeit mit der Liechtensteinischen Musikschule spielt dabei seit Jahren eine wichtige Rolle. Michael Burtscher ist nicht nur als Musiker und Solist Teil der Gala, sondern arbeitet auch mit SchülerInnen auf künftige Auftritte hin. Kaum sei eine Produktion abgeschlossen, beginne bereits die Vorbereitung auf neue Möglichkeiten.

Wenn Tanz Generationen verbindet

Einen wichtigen Platz nimmt in diesem Jahr der Tanz ein. Fünf verschiedene Gruppen werden auftreten, darunter TänzerInnen unterschiedlichen Alters aus Liechtenstein und der Region. Choreografin Noemi Herzog arbeitet mit den Jugendlichen an eigenen Nummern und hat gemeinsam mit ihnen auch spezielle Kostüme vorbereitet. Erstmals verbindet die Gala zudem eine Tanznummer direkt mit einem jungen Sänger: Während die Tänzerinnen auf der Bühne stehen, übernimmt Laurin Frick den Gesang. Für Hans Nigg ist diese Verbindung ein schönes Beispiel dafür, wie die verschiedenen Elemente der Gala ineinandergreifen.

Auch Breakdance darf nicht fehlen. Nigg ist selbst ein grosser Fan dieser Tanzrichtung. Bereits bei «Teddy Cool» setzte die LMC auf Breakdance und stiess damit beim Publikum auf grosse Begeisterung. Mehrere Breakdancer sorgen nun auch bei den Gala-Abenden für zusätzliche Energie. «Das bringt eine ganz andere Dynamik in den Saal», sagt der Präsident. Musikalisch setzt die LMC auf eine Mischung aus Live-Begleitung und eingespielten Elementen. Besonders gespannt ist Hans Nigg auf den jungen Pianisten Johannes Luke, der erstmals bei der LMC präsentiert wird und eine Nummer am Klavier begleiten wird. Auch Michael Burtscher wird einzelne Stücke live begleiten.

Mehr als nur zwei Gala-Abende

Für die LMC haben die Gala-Abende aber noch eine weitere Bedeutung. Sie sind eine Art Bühne mit Zukunftsperspektive. «Hier lernen wir neue Leute kennen und sehen, wie sie sich auf der Bühne entwickeln», erklärt Nigg. Daraus könne sich später eine Rolle in einer grösseren Produktion ergeben. Nach der schwierigen Zeit während der Corona-Pandemie, welche die LMC auch finanziell stark getroffen hatte, sollen die Gala-Abende helfen, die Company weiter aufzubauen. Vor der Pandemie hatte die LMC regelmässig grosse Produktionen realisiert. Nun wird im Hintergrund bereits darüber beraten, wie es nach 2026 weitergehen könnte.

Hans Nigg, der die LMC vor 29 Jahren gemeinsam mit Kollegen gegründet hat, denkt dabei nicht nur an das Geschehen im Rampenlicht. Neben den rund 60 KünstlerInnen arbeiten nochmals etwa 70 bis 80 Personen hinter den Kulissen. Vorverkauf, Gastronomie, Garderobe und zahlreiche weitere Aufgaben werden von Freiwilligen übernommen. Besonders wichtig ist ihm deshalb der Dank an die Sponsoren, langjährigen UnterstützerInnen sowie die vielen ehrenamtlichen HelferInnen. «Ohne sie könnte eine LMC gar nicht existieren.»

Dass seine Familie inzwischen selbst Teil dieses Bühnenlebens geworden ist, berührt ihn besonders. Bei den Gala-Abenden wird seine Tochter Isabelle gemeinsam mit ihrem Sohn Laurin auftreten. Für Hans Nigg schliesst sich damit auf der Bühne ein ganz persönlicher Kreis. Nach 29 Jahren an der Spitze ist seine Begeisterung jedenfalls ungebrochen. «Ich freue mich immer noch auf die Arbeit. Sonst wäre ich nicht so lange dabei.» Die Gala-Abende 2026 sind für ihn deshalb weit mehr als zwei Termine im Kalender – sie sind ein weiteres Kapitel einer Geschichte, die vor fast drei Jahrzehnten mit einer Idee begann und bis heute von Menschen getragen wird, die für die Bühne brennen.

Zitat:

«Die Gala zeigt, was in unserer Region steckt: junge Talente, erfahrene KünstlerInnen und viele Menschen, die mit Leidenschaft dabei sind. Wenn all diese Generationen gemeinsam auf der Bühne stehen, ist das genau das, wofür wir die LMC gegründet haben.»

Hans Nigg

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