Im 8. Saisonspiel in der Super League zeigt der FC Vaduz zwar eine starke erste Halbzeit, konnte aber die 0:1-Halbzeitführung gegen den FC Zürich nicht über die Zeit bringen und kassierte noch in der Nachspielzeit den 2:1-Verlusttreffer.
Monsberger hatte den FCV in Führung geschossen (13.), der FCV hätte auch höher in Front liegen können. Doch Kény (55.) und Emmanuel (92.) wendeten das Blatt für die Stadtzürcher noch. Das Nachlassen nach dem Seitenwechsel war kaum erklärbar, denn nach einer überragenden ersten Halbzeit stand der FCV letztlich nach 93 Minuten ohne Punktgewinn da.
FCV-Dominanz
Von Anbeginn übernahm der FC Vaduz im Letzigrund den Taktstock und dominierte in den ersten 30 Minuten die Partie. Schon früh spedierte Monsberger einen Ball mit dem Oberschenkel neben das Tor (3.) und beim zweiten Abschluss kam er nicht optimal an den Ball (12.). Der vorgestossene Schwizer schoss in bester Position einen Verteidiger an (11.). Nach einer präzisen Hasler-Flanke lenkte Monsberger den Ball entschlossen ins linke, untere Eck zum Führungstreffer (0:1).
Auf den Rückstand reagierte der Gastgeber, der nach knapp 20 Minuten mit mehr Zielstrebigkeit agierte. Ein Kény-Querpass blieb ohne Abnehmer (19.) und schliesslich war eine starke Rettungstat von Torhüter Büchel notwendig, um den Emmanuel-Querpass zu bändigen (22.). Und auch beim Reichmuth-Knaller von der Strafraumgrenze war der FCV-Captain parat, den Ball lenkte er über die Querlatte (34.). Und letztlich musste Büchel nochmals alles aufwenden, als Comenencia mit einem Pass in die Tiefe bedient wurde (44.).
Trotz dieser FCZ-Torchancen fand auch der FCV einige Möglichkeiten vor: Dalipi schoss zentral (30.), hatte beim Vorstoss
auf die Grundlinie keinen Abnehmer vor dem Tor (39.) und verzog seinen Schuss aus 22 m (43.). Einem Cocic-Abschluss fehlte das Tempo (41.). Unter dem Strich war die Halbzeitführung verdient.
Die späte FCZ-Wende
Zur Halbzeit gab es eine weitere Mutation beim Gastgeber. Und der FCZ zeigte plötzlich mehr Zielstrebigkeit und veränderte die Ballbesitzphasen massiv. Ein Emmanuel-Knaller zischte von halblinks über die Querlatte (54.), doch als Kény solo vor Büchel auftauchte, fiel der 1:1-Ausgleich. Und kurz danach hatte der FCV Glück, dass Comenencia nur die Querlatte traf (60.) und ein Volken-Schuss zentral ausfiel (65.). Der FCV tat sich schwer, um spielerisch wieder das Spiel zu kontrollieren. Ein Kéney-Hechtflugball flog knapp neben den Pfosten (78.) und der FCV kam lediglich noch zu einem Freistoss aus 26 m, den Schwizer zentral schoss (81.). Und aus dem Nichts fiel dann noch der Siegestreffer für den FCZ: Emmanuel schlenzte den Ball von halblinks ins rechte, obere Eck (2:1). Und bei einem Freistoss von halblinks wagte sich sogar Büchel in den gegnerischen Strafraum, der Ball landete bei Walker, doch der schoss einen FCZler an (93.). Damit sass die Enttäuschung nach einer weiteren Niederlage sehr tief, denn auch im vierten Auswärtsspiel blieb der FCV ohne Punktgewinn.
FCV-Trainer Schneider: «Auf naive Weise fiel das zweite Tor»
An der Medienkonferenz nach dem Spiel fielen die Einschätzungen der Trainer Marcel Koller (FC Zürich) und Marc Schneider (FC Vaduz) gleichermassen aus. «Wir dürfen dieses Spiel niemals verlieren. Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, beispielsweise die Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten und in die Box zu gehen. Wir zeigten eine schlechte zweite Halbzeit, auf naive Art und Weise fiel zudem das zweite Tor», ärgerte sich Marc Schneider.
Was ist mit den beiden Teams passiert? «Wir schauen zuerst auf das eigene Team. In der ersten Halbzeit haben wir das ordentlich
gemacht, aber nicht super. Wir waren nicht in den Räumen, um uns zu positionieren und haben die Struktur verloren», fügte Schneider an.
Sein Gegenüber sprach von einer sehr schlechten ersten Halbzeit. «Da hat vieles nicht zusammengepasst. Ich nehme es auf meine Kappe, denn ich hatte im taktischen Bereich versucht, zu vermitteln, doch das konnten wir nicht umsetzen. Wir agierten unkonzentriert und fehlerhaft. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen, einige Veränderungen gemacht. Mehr verlangt, mehr Präzision und Konzentration», erläuterte Koller, der gedacht habe, dass während der Woche alles sitze. «Es fehlt die Erfahrung, die das organisieren, wir haben ein junges Team. Mit Valon Berisha kam ein Mann, der brachte Ruhe und Stabilität ins Spiel», präzisierte Marcel Koller.
Telegramm: FC Zürich – FC Vaduz 2:1 (0:1)
Stadion Letzigrund, Zürich. 13’499 Zuschauer. Schiedsrichter Fedayi San (Sz), assistiert von Nicolas Müller und Mirvan Bajrami (Sz).
FC Zürich: Huber; Lichtenstein, Kamberi, Schödler, Volken; Krasniqi (ab 46. Valon Berisha); Comenencia, Reichmuth, Emmanuel; Reverson (ab 30. Spadanuda), Kény.
FC Vaduz: Büchel; Nicolas Hasler, Simani, Liridon Berisha, Schwizer; Mack (ab 82. Hammerich); Stark (ab 82. Beeli), Cocic (ab 62. Walker), Cabrera (ab 72. Kasper); Dalipi, Monsberger (ab 62. Djokic).
Tore: 0:1 13. Marcel Monsberger; 1:1 55. Philippe Kény; 2:1 92. Umeh Emmanuel.
Bemerkungen: FCZ ohne Grezo, Hodza, Ihendu, Kablan, Morozov, Pinthus-Diaz, Sauter, Walker (verletzt) und (Hack) nicht im Aufgebot).
Vaduz ohne Schaffran (krank), Sorgic, Akhalaia, Neelakandan, Öhri und Seiler (verletzt). Comenencia trifft die Querlatte (60.). Verwarnungen für Schwizer (77. – Halten) und Walker (88. – Foul). Ecken: 7:2 (2:0).
Bildlegende: Die beiden Trainer Marcel Koller (li – FC Zürich) und Marc Schneider (re –
FC Vaduz) an der PK nach dem Spiel mit einem FCV-Medienvertreter Fritschi. (Bild: EH)













