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Kairo? Nur nicht zu viel planen!

Wer Kairo besucht und seinen Tagesplan minutiös durchgetaktet hat, sollte eines unbedingt einpacken: Humor. Denn der Verkehr hat sowieso andere Pläne. «Plant in Kairo niemals zu genau», rät Monika Büchel-Marxer. «Es kommt immer etwas dazwischen.» Genau das macht für sie den Reiz der ägyptischen Hauptstadt aus. Kairo sei «eine der verrücktesten, aber auch schönsten Hauptstädte der Welt». Laut, heiss, chaotisch, manchmal dreckig – und trotzdem voller Überraschungen.

Büchel-Marxer kennt die Stadt seit ihrer Kindheit. Sie ist halb Ägypterin, halb Liechtensteinerin und weiss deshalb, dass Kairo mehr ist als hupende Autos und dichtes Gedränge. «Mitten im Chaos gibt es wunderschöne Strassen und Plätze», erzählt sie. Und wer mit dem Flugzeug anreist, sollte den Blick nicht auf den Bildschirm richten: «Kurz vor der Landung einmal links und rechts aus dem Fenster schauen.» Mit etwas Glück sind die Pyramiden zu sehen. Ein ziemlich spektakulärer Empfang.

Drei Museen, aber bitte richtig

Für Kairo-Neulinge hat Büchel-Marxer drei Museen auf ihrer persönlichen Bestenliste. Sie präsentierte ihre Tipps am Ruggeller Event «Wirtschaft trifft Kultur». Das Ägyptische Museum am Tahrir-Platz ist der nostalgische Klassiker. «Für mich ist es wie eine Grossmutter», sagt die in Kairo aufgewachsene Liechtensteinerin. Das 1902 eröffnete Haus war bereits für ihre eigenen Schulausflüge ein Fixpunkt. Heute ist es zwar weniger vollgestopft als früher, seine riesige Sammlung macht es aber noch immer zu einem Muss.

Dann kommt das Gegenteil: das Grand Egyptian Museum bei den Pyramiden von Gizeh. Modern, gewaltig und ganz auf die Geschichte des alten Ägyptens konzentriert. Hier befindet sich die vollständige Sammlung von Tutanchamun – inklusive der berühmten goldenen Maske. «Wenn ihr nur einen Tag habt und die Pyramiden sehen wollt, geht unbedingt dorthin», empfiehlt Büchel-Marxer.

Und dann wären da noch die Mumien. Die sind nämlich nicht im Grand Egyptian Museum zu Hause, sondern im Nationalmuseum der ägyptischen Zivilisation. Die unterirdische Mumienhalle soll an das Tal der Könige erinnern. «Wenn ihr Mumien mögt, müsst ihr dort hin», sagt sie. Ihr persönlicher Favorit unter den Pharaonen? «Hatschepsut, die altägyptische Königin, war eine unglaublich starke Frau.»

Frühstück statt Museumsmarathon

Doch wer glaubt, Kairo lasse sich mit drei Museumshäkchen auf einer To-do-Liste erledigen, kennt Büchel-Marxer schlecht. Sie empfiehlt, das Sightseeing mit Genuss zu verbinden. Zum Beispiel mit einem Frühstück, bei dem die Pyramiden praktisch auf dem Teller liegen – zumindest optisch. «Du sitzt dort, frühstückst und hast die Pyramiden direkt vor dir.» Danach vielleicht Altkairo, Khan el-Khalili oder ein Restaurant am Nil.

Ihr Geheimtipp führt sogar mitten in die sogenannte Müllstadt. Dort steht eine eindrückliche Felsenkirche, die direkt in den Stein gebaut wurde. «Die ist wirklich sehenswert», schwärmt sie.

Und sonst? Früh aufstehen, wegen der Hitze. Flexibel bleiben, wegen des Verkehrs. Fragen und handeln, wenn es ums Taxi oder Einkaufen geht. Und vor allem: «Nicht nur Tutanchamun anschauen.» Denn Ägypten hat rund 7000 Jahre Geschichte zu erzählen. Da darf ein berühmter Pharao ruhig einmal ein bisschen Platz machen.

Zitat:

«Kairo ist chaotisch, laut und manchmal anstrengend. Aber genau mitten in diesem Chaos findet man Dinge, die man nie vergessen wird. Man muss offen sein, schauen, sich treiben lassen – und vor allem nicht versuchen, alles perfekt zu planen. Das funktioniert in Kairo sowieso nicht.»

Monika Büchel-Marxer

Bild Monika Büchel-Marxer

Die wichtigste Kairo-Regel ist für die in Ägypten aufgewachsene Liechtensteinerin Monika Büchel-Marxer sehr simpel: früh los, flexibel bleiben, fragen, handeln. Und nicht alles auf Tutanchamun reduzieren.

Bild Nadja Tomoum

Zum Einstieg in den Abend «Wirtschaft trifft Kultur»

entführte Ägyptologin Nadja Tomoum in 45 bildreichen Minuten in die faszinierende Welt Tutanchamuns und erzählte über die abenteuerliche Wiederentdeckung des Goldenen Pharaos.

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